deutsche dichter de

Einsamkeit

<p>Wird mir von Trauerlarven<br />
Die Stra&szlig;e gar bedr&auml;ngt,<br />
Und f&uuml;hl' ich Schmerz den scharfen,<br />
Wie er den Hals beengt,<br />
Dann leg' ich den Kopf in den Rachen<br />
Von meinem zahmen Leu,<br />
Und lieg' da wie im Nachen<br />
Und la&szlig; mich treiben frei.<br />
<br />
So ruh' ich in den Schranken<br />
Der reichen Einsamkeit,<br />
Und sehe in Gedanken<br />
Noch &uuml;ber meine Zeit;<br />
Da kann ich der anderen lachen<br />
Und schrecklich lustig sein,<br />
In meinen Schreckensnachen<br />
Dringt nie das Schrecken ein.<br />
<br />
Da will ich ruhig bleiben<br />
Und schreiet auch die Welt,<br />
Der Leu will dich entleiben<br />
Und sich nur ruhig stellt;<br />
Er wird mich doch nimmer erdr&uuml;cken,<br />
Doch l&auml;&szlig;t er mich nicht los,<br />
Bis er mir mit Entz&uuml;cken<br />
Zeigt meine Hoffnung gro&szlig;.<br />
<br />
Mag auch sein Auge funkeln,<br />
Er schrecket euch zur&uuml;ck,<br />
Ich ruhe hier im Dunkeln<br />
Und finde hier mein Gl&uuml;ck;<br />
Entsteig' dann geblendet dem Rachen,<br />
So helle war mir's nie,<br />
Die alten Freunde lachen,<br />
Weil ich den Mund nicht verzieh.<br />
<br />
Wo bin ich hingetrieben,<br />
Dies ist der alte Baum,<br />
Er ist noch gr&uuml;n geblieben,<br />
Und gr&ouml;&szlig;er ist er kaum;<br />
Den Freunden erz&auml;hl' ich mit Freuden<br />
Nun manchen lust'gen Streich,<br />
Und auf das bittre Leiden<br />
Leg' ich die gr&uuml;nenden Zweig'.<br />
<br />
Wo einer ist erschlagen,<br />
Legt jeder gr&uuml;ne Zweig'.<br />
Doch wo ein Volk geschlagen,<br />
Da lacht ein jeder gleich;<br />
Nicht schmerzliches Lachen zu sehen<br />
Bedeckt der Schmerz mein Aug',<br />
Wenn eisende Winde klar wehen,<br />
Da tr&uuml;bet sie mein Hauch.<br />
<br />
So sollen alle wecken,<br />
Empfindung, die verlacht,<br />
Und die Empfindung necken,<br />
Wo sie sich &uuml;berwacht:<br />
Dann kehrte das sichere Wetter<br />
Zu unsrer Erd' zur&uuml;ck,<br />
Und alle w&auml;ren Retter<br />
Von unserm alten Gl&uuml;ck.</p>