deutsche dichter de

Generoso Nobilissimoque Domino

Herr Popschitz / den mein Hertz' von jugend auff geliebt /
Dem Niderland mich fest; und Franckreich mehr verbunden.
Vnd ihr / den Leiden gab / und Straßburg wider gibt /
In welchem ich auffs neu / die alte Gunst gefunden:
Nehm't diß geringe Pfand / der unverfälschten Treu:
Daß ich / (ach fern! von euch!) mein Popschitz übergebe.
Diß Pfand Herr Hadersleff sol zeugen sonder Scheu
Daß mein Geist näher euch / als wol / mein Cörper lebe.
Von Einem scheiden mich Berg / Länder / Feld und See:
Den andern sucht von mir ein falscher Mund zu trennen;
Vmbsonst / weil Freundschafft gleich / fern / nah' in Tieff und Höh'
Vnd wir einander nicht nur von Gesicht erkennen:
Jedoch! weil Zeit und Neyd /so mit uns umb wil gehen /
Muß wider Zeit und Neyd die Feder Mittel finden;
Daß wir (trotz Zeit und Neyd) doch unzertrennet stehn:
Wenn nun der bleiche Neyd muß mit der Zeit verschwinden.