deutsche dichter de

Bestellte Poesie

<p>Bleib nur stille,<br />
Gottes Wille<br />
Hat auch dich ja ausersehn,<br />
Alle Armut, alle F&uuml;lle<br />
Wird auch dir vor&uuml;bergehn.</p>
<p>Bleib nur innig<br />
Treu und sinnig,<br />
Wie dich auch der Engel gr&uuml;&szlig;t,<br />
Spreche: Deine Magd, Herr! bin ich,<br />
Die dir nie ihr Herz verschlie&szlig;t.</p>
<p>Bleib nur heiter,<br />
Blick nicht weiter<br />
Als zum Hirten, der dich f&uuml;hrt.<br />
Sorge bricht die Himmelsleiter,<br />
Weil sie aus der Erde r&uuml;hrt.</p>
<p>Bleib vertrauend<br />
Aufw&auml;rts schauend,<br />
Nimm nur fremde Not ans Herz,<br />
Und auf die Verhei&szlig;ung bauend<br />
Trag die Erde himmelw&auml;rts.</p>
<p>Bleib nur selig,<br />
Ach allm&auml;hlich<br />
Wird die Nacht vor&uuml;ber gehn,<br />
Denk, nur wenge Stunden z&auml;hl ich,<br />
Schlafengehn wird Auferstehn.</p>
<p>Bleib nur liebend,<br />
Wenn betr&uuml;bend<br />
Alles Leben treulos scheint,<br />
Stirb du, allen Liebe &uuml;bend,<br />
Dann stirbst du dem Herrn vereint.</p>
<p>Bleib in Frieden,<br />
Ungeschieden,<br />
Eng getraut dem einzgen Gut,<br />
Der die Arm' ausstreckt hienieden,<br />
Bis S&uuml;&szlig;lieb am Herz ihm ruht.</p>
<p>Bleib nur betend,<br />
Wenig redend,<br />
Sorge f&uuml;r dein Gartenbeet,<br />
S&auml;end, pflanzend, st&uuml;tzend, j&auml;tend,<br />
Bis es reif zur Ernte steht.</p>
<p>Bleib nur kindlich,<br />
Unverbindlich<br />
Dieser l&uuml;genvollen Welt,<br />
Einem nur un&uuml;berwindlich<br />
Wirk dein Herz ins Siegsgezelt.</p>
<p>Bleib nur leise,<br />
In dem Gleise,<br />
Wird zum Ernste einst das Spiel<br />
Und die wirre, bunte Reise<br />
Tritt zum lichtgeschm&uuml;ckten Ziel.</p>
<p>Bleib nicht, allen<br />
Zu gefallen,<br />
W&auml;hlend auf dem Scheideweg,<br />
Ob links?, rechts? zum Traum zu wallen?<br />
Segnend dich zur Seite leg.</p>
<p>Bleib nur h&uuml;pfend<br />
Und entschl&uuml;pfend,<br />
Allen ab- und zugewandt,<br />
Alle Schleifen hier verkn&uuml;pfend<br />
F&uuml;hren nicht ins Vaterland.</p>
<p>Bleib lebendig,<br />
Ganz abwendig<br />
Werd mir nie, o sei mir fromm,<br />
Mit dir leb ich, mit dir end ich &ndash;<br />
Fleh! da&szlig; uns sein Reich zukomm!</p>
<p>Bleib dem&uuml;tig!<br />
Einstens bl&uuml;ht ich,<br />
War doch nie so froh wie du,<br />
Arm war ich und &uuml;berm&uuml;tig,<br />
Gott und du ihr sah't mir zu!</p>
<p>Bleib geduldig,<br />
Denn ich huldig'<br />
Aller Huld allein in dir,<br />
Strafe, lohn'? was all verschuld ich?<br />
Gib stumm Kind, ach gib es mir!</p>
<p>Bleib, wie &uuml;blich,<br />
Fein und lieblich,<br />
Z&auml;h und kraus, das arme Kind,<br />
Dessen Fesseln, nie verschieblich,<br />
Nimmer ich mein Herz entwind.</p>
<p>Bleib nicht l&auml;nger<br />
Aus, denn enger,<br />
Immer enger, wird die Brust<br />
Deinem armen kranken S&auml;nger &ndash;<br />
Dessen Herz du stimmen mu&szlig;t.</p>
<p>Bleib nur bleibend,<br />
Bl&uuml;ten treibend,<br />
Bis der Herr zur Ernte geht,<br />
F&uuml;r mich &Auml;rmsten dieses schreibend,<br />
Opfre Fr&uuml;chte im Gebet!</p>
<p>Bleib das s&uuml;&szlig;e<br />
Ziel der Gr&uuml;&szlig;e,<br />
Gr&uuml;&szlig; dich Gott viel tausendmal,<br />
Auf dem Baum im Paradiese<br />
Liebste Frau von Nachtigall!</p>