deutsche dichter de

Herr, dir sei Lob und Dank…

<p>Herr, dir sei Lob und Dank,<br />
Um immer mich zu finden,<br />
Willst du mich m&uuml;d und krank<br />
Hier an mein liebes Schmerzensbettlein binden,<br />
Ach, Herr! viel tausend Lob und Dank!</p>
<p>Dein Will geschah' an mir,<br />
Gib nur Geduld, dann strafe,<br />
Ich bin verschuldet dir,<br />
Sei ich dein freies Kind, sei ich dein Sklave,<br />
Ach, nur dein Will gescheh' an mir!</p>
<p>Herr! wie es dir gef&auml;llt<br />
Willst du aufs Kreuz mich legen,<br />
Sei ich ans Kreuz gestellt,<br />
Geh kreuzbeladen, Herr, ich dir entgegen,<br />
Ach alles, wie es dir gef&auml;llt.</p>
<p>Treu hast du mich geliebt,<br />
Denn, k&ouml;nnt ich dir entfliehen,<br />
Ich h&auml;tt dich oft betr&uuml;bt,<br />
So konntest du mich besser dir erziehen,<br />
Wie treu, Herr, hast du mich geliebt.</p>
<p>Wie st&auml;nd es wohl mit mir?<br />
K&ouml;nnt ich wie andre Kinder<br />
Mich tummeln voll Begier.<br />
Sind andre blind, ach Herr, ich w&auml;r noch blinder,<br />
Ach Herr, wie st&auml;nd es dann mit mir.</p>
<p>O Herr, wie lieb und gut,<br />
Um viele Liebe zu erwecken,<br />
Wollt'st du mich junges Blut<br />
Als Quell des Mitleids auf das Lager strecken,<br />
O Herr, wie bist du lieb und gut.</p>
<p>Du hast mich heimgesucht,<br />
Gott Dank, da&szlig; ich hier liege,<br />
Herr, meiner Leiden Frucht<br />
Lehrt mich mein Engel an der Schmerzenswiege.<br />
Willkomm, Herr, der mich heimgesucht.</p>
<p>Herr! du bedienst dich mein;<br />
Gar manche Trostesworte,<br />
Worin der Name dein<br />
Das S&uuml;&szlig;ste mir, erklingen hier am Orte,<br />
O Freude, du bedienst dich mein!</p>
<p>Wie's ist, so ist es recht,<br />
So schwach, m&uuml;hselig, schwankend<br />
Von Epheu ein Geflecht<br />
Vom Kreuz gest&uuml;tzt, zum Licht sehns&uuml;chtig rankend.<br />
Herr, wie es ist, ist's recht!</p>
<p>Herr, w&auml;r ich fromm und reich<br />
An Demut und an Schmerzen,<br />
Ich wucherte sogleich,<br />
G&auml;b allen Trost dir hin und litt von Herzen,<br />
Und litt mich fromm und reich.</p>
<p>O himmlische Geduld,<br />
Du kannst mit Schmerzen zahlen,<br />
Nimm auf mein Leid mit Huld,<br />
Ich opfre es vereint mit deinen Qualen.<br />
Sei bei mir, himmlische Geduld.</p>
<p>Die lieben R&ouml;schen all<br />
Und gro&szlig;e s&uuml;&szlig;e Rosen,<br />
Des Freundes Seufzerschall<br />
Schneid ich f&uuml;r Dornen mir aus deinen Rosen,<br />
Nimm dir dein R&ouml;schen ganz und all!</p>
<p>Wie w&auml;r ich doch so arm<br />
Und k&ouml;nnte nichts verdienen,<br />
W&auml;r mir an deinem Arm<br />
Nicht Lieb und Schmerz und die Geduld erschienen.<br />
Ach, Herr! wie w&auml;r ich dann so arm!</p>
<p>Das R&ouml;schen, Herr, ist dein;<br />
K&ouml;nnt laufen ich und h&uuml;pfen,<br />
Manch Rosenbl&auml;ttchen fein<br />
K&ouml;nnt in den Wind hinwehend dir entschl&uuml;pfen.<br />
Allein jetzt ist das R&ouml;schen dein.</p>
<p>Ber&uuml;hrt von Gottes Hand<br />
Treibt mich ein still Entz&uuml;cken<br />
Am Kreuz empor; zum Pfand<br />
Der Liebe will vielleicht mein Herr mich pfl&uuml;cken.<br />
Dann bl&uuml;h ich neu in Jesu Hand.</p>
<p>Dir will das R&ouml;schen bl&uuml;hn,<br />
Du Haupt voll Blut und Wunden,<br />
Wie seh ich dich ergl&uuml;hn,<br />
Du Br&auml;utigam, von Dornen ganz umwunden,<br />
Dir will das Dornenr&ouml;schen bl&uuml;hn.</p>
<p>Du hast dein R&ouml;schen scharf<br />
Mit Dornen rings versehen,<br />
Da&szlig; keiner nahen darf<br />
Als du, der wei&szlig; mit Dornen umzugehen,<br />
Du h&uuml;test, Herr, dein R&ouml;schen scharf.</p>
<p>So lie&szlig; ein Pilger einst<br />
Dich Dornenr&ouml;schen reden,<br />
Wenn du so leiden lernst,<br />
Dann kannst du zu den Wunden Jesu beten<br />
F&uuml;r alle und den Pilger ernst!</p>