deutsche dichter de

Gärtnerlied im Liedergarten der Liebe

<p>Du dauerst mich Seele!<br />
Der so hat gesungen<br />
Die lieblichste Kehle,<br />
Die s&uuml;&szlig;'ste der Zungen.<br />
Wie kannst du noch leben,<br />
Noch andere Lippen<br />
Mit K&uuml;ssen umschweben?<br />
Ich ging in den Klippen<br />
Berauschet zu Grund,<br />
H&auml;tt je mich so innig,<br />
So innig und sinnig<br />
Der bl&uuml;hende Mund<br />
Der Lieder-Sirene<br />
Begr&uuml;&szlig;et im Bund.<br />
Ein Liebender bin ich<br />
Und weih eine Tr&auml;ne<br />
Dir, n&uuml;chterne Seele,<br />
Dir hat Philomele<br />
In Liedern gerungen,<br />
Mich hat sie bezwungen,<br />
Den Garten der Wonne<br />
Der andern zu bauen,<br />
O s&uuml;&szlig;es Vertrauen!<br />
Ich lenke die Bronnen,<br />
Die trunken verronnen,<br />
Da&szlig; frisch sie betauen<br />
Die Blumen, die Lichter,<br />
Die Sterne, die Strahlen,<br />
Die Farben der Dichter,<br />
Um Liebe zu malen,<br />
O seliges Dienen!<br />
Dem Herzen, dem armen<br />
Ist's s&uuml;&szlig;, zu erwarmen<br />
So sonnenbeschienen<br />
Vom Himmel der Augen<br />
Ist's s&uuml;&szlig;, um die schw&uuml;len<br />
Gef&uuml;hle zu k&uuml;hlen,<br />
Die t&ouml;tenden Gluten<br />
In h&uuml;pfende Fluten<br />
Der Lieder zu tauchen,<br />
Worin sie die Schmerzen,<br />
Die Feuer aushauchen<br />
Vom liebenden Herzen<br />
Ergo&szlig; und erk&uuml;hlte,<br />
Bis Friede sie f&uuml;hlte.<br />
O Gluten durchw&uuml;hlt mich,<br />
In denen sie w&uuml;hlte,<br />
O Fluten umk&uuml;hlt mich,<br />
In denen sie k&uuml;hlte,<br />
O Wellen umspielt mich,<br />
In denen sie spielte,<br />
O Bl&uuml;ten umbl&uuml;ht mich,<br />
In denen sie bl&uuml;hte,<br />
O Lieder durchgl&uuml;ht mich,<br />
In denen sie gl&uuml;hte,<br />
O stammelnde Lieder<br />
Voll Wahrheit und G&uuml;te,<br />
Mit feurigem Hauche,<br />
Mit Tr&auml;nen im Auge,<br />
Klingt wieder, klingt wieder,<br />
Mein sind eure Leiden,<br />
Das Ringen, das Zagen,<br />
Das Scheiden, das Meiden,<br />
Das bittre Entsagen.<br />
Weint nieder, weint nieder,<br />
Ihr stammelnden Lieder.<br />
Euch liebt sie, euch schrieb sie,<br />
Ich lieb euch, ich lieb sie,<br />
Doch sie liebt nicht wieder,<br />
Ihr sehnenden Lieder!<br />
S&uuml;&szlig; ist, eure schlanken<br />
Verlangenden Ranken<br />
Mit Zier auf und nieder<br />
Zu schlingen, zu winden,<br />
In Lauben zu binden;<br />
Und mu&szlig; hin und wieder<br />
Ein Reblein ich schneiden,<br />
Mu&szlig; gleich ich mit leiden,<br />
Die Wunden, sie weinen,<br />
Da mu&szlig; ich mich sehnen,<br />
O liebliche Lieder!<br />
Es sind eure Tr&auml;nen<br />
Auch immer die meinen,<br />
So such ich und finde<br />
Die s&uuml;&szlig;en Gedanken<br />
Und binde und winde<br />
Sie tr&auml;umend in Schranken.<br />
Und irre die Pfade<br />
Der Luftlabyrinthe<br />
Bis hin zum Gestade,<br />
Wo unter der Linde<br />
Die dichtende Gnade<br />
Dem liebenden Kinde<br />
Im geistigen Bade<br />
So leuchtend, so linde<br />
Erk&uuml;hlet die Glut,<br />
O selige Flut,<br />
O trunkener Spiegel<br />
Der schimmernden Glieder,<br />
Du k&uuml;&szlig;test das Siegel<br />
Der lieblichen Lieder,<br />
Wie war dir zu Mut?<br />
Und wie ich so sehne,<br />
Da lockt die Sirene;<br />
Komm nieder, komm nieder,<br />
Hier hat sie geruht,<br />
Hier duftet der Flieder,<br />
Hier ist es so gut,<br />
Hier l&ouml;st sie das Mieder<br />
Und taucht in die Flut<br />
Das Wonnegefieder<br />
Der Ph&ouml;nix; ihr Blut<br />
Hat hier in den Wogen<br />
Gebadet die Triebe<br />
Und ist dann geflogen<br />
Durch Feuer und Glut,<br />
Und hat seine Liebe,<br />
Die rot war, vergl&uuml;het,<br />
Bis wei&szlig; sie erbl&uuml;het<br />
In heiligem Licht,<br />
So sang ein Gedicht.</p>
<p>Mich aber, mich haben<br />
Die Wogen begraben,<br />
In Flammen so rot<br />
Ergriff mich der Tod!<br />
Ach! w&uuml;&szlig;t es die Linder<br />
Sie riefe die Kinder,<br />
Und k&auml;me mit Segen<br />
Ans Ufer gekniet<br />
Und s&auml;nge ein Lied,<br />
Das Gott k&ouml;nnt bewegen,<br />
Weil gern sie vergibt,<br />
Sich mein zu erbarmen,<br />
Des &Auml;rmsten der Armen,<br />
Der hei&szlig; sie geliebt,<br />
Der alles ihr Lieben<br />
Auch selber mu&szlig; &uuml;ben<br />
Und der in den Trieben,<br />
Die sie &uuml;berlebt,<br />
Zu sterben nicht bebt.</p>