deutsche dichter de

Frühes Lied

<p>Fahre fort mit Dornenschl&auml;gen,<br />
Wei&szlig;e Rose, meinem Herzen,<br />
Dem verbrannten, quillt ein Segen,<br />
Aus den Tr&auml;nen aus den Schmerzen,</p>
<p>Breche ganz mein altes Leben,<br />
Ich mu&szlig; dir, die so erschienen<br />
Einen bessern Bruder geben<br />
Gott und dir in ihm zu dienen</p>
<p>Alles mu&szlig; von dir ich nehmen<br />
Kann dir nichts, ach gar nichts geben,<br />
Denn du mu&szlig;t den Drachen z&auml;hmen,<br />
Um dem Herrn den Schatz zu heben,</p>
<p>Sieh, ich beug mich dir zu F&uuml;&szlig;en<br />
Du Erbarmen, weine nieder,<br />
Lehre mich, wie du zu b&uuml;&szlig;en<br />
Tr&auml;nenquell der frommen Lieder</p>
<p>All mein Letzen und Verletzen,<br />
All mein L&uuml;gen, Trachten, Scheinen,<br />
Darauf sollst den Fu&szlig; du setzen<br />
Und so im Triumph erscheinen.</p>
<p>Alles, was du still gelitten,<br />
Deine Not, dein fromm Entsagen,<br />
Hat auch mir das Herz durchschnitten,<br />
Doch <em>du, du</em> hast es getragen</p>
<p>Alles was du je getragen,<br />
Sieh, das hab ich all verschuldet,<br />
Meine Schuld hat dich geschlagen,<br />
Und du hast so fromm geduldet.</p>
<p>Und nun tr&auml;gst du dies versunkne,<br />
Das dich marterte, dies Herz,<br />
O du Gottesmitleidtrunkne<br />
An dem deinen, himmelw&auml;rts!</p>