deutsche dichter de

Wenn der lahme Weber träumt, er webe…

<p>Wenn der lahme Weber tr&auml;umt, er webe,<br />
Tr&auml;umt die kranke Lerche auch, sie schwebe,<br />
Tr&auml;umt die stumme Nachtigall, sie singe,<br />
Da&szlig; das Herz des Widerhalls zerspringe,<br />
Tr&auml;umt das blinde Huhn, es z&auml;hl' die Kerne,<br />
Und der drei je z&auml;hlte kaum, die Sterne,<br />
Tr&auml;umt das starre Erz, gar linde tau' es,<br />
Und das Eisenherz, ein Kind vertrau' es,<br />
Tr&auml;umt die taube N&uuml;chternheit, sie lausche,<br />
Wie der Traube Sch&uuml;chternheit berausche;<br />
K&ouml;mmt dann Wahrheit mutternackt gelaufen,<br />
F&uuml;hrt der hellen T&ouml;ne Glanzgefunkel<br />
Und der grellen Lichter Tanz durchs Dunkel,<br />
Rennt den Traum sie schmerzlich &uuml;bern Haufen,<br />
Horch! die Fackel lacht, horch! Schmerz-Schalmeien<br />
Der erwachten Nacht ins Herz all schreien;<br />
Weh, ohn Opfer gehn die s&uuml;&szlig;en Wunder,<br />
Gehn die armen Herzen einsam unter!</p>