deutsche dichter de

Nachzeichnung

Dunkle Tage des Frühlings,
nicht weichender Dämmer um Laub;
Fliederblüte gebeugt, kaum hochblickend
narzissenfarben und starken Todesgeruchs,
Glücksausfälle,
sieglose Trauer des Unerfüllten.

Und in den Regen hinein,
der auf das Laub fällt,
höre ich ein altes Wälderlied,
von Wäldern, die ich einst durchfuhr
und wiedersah, doch ich ging nicht
in die Halle, wo das Lied erklungen war,

die Tasten schwiegen längst,
die Hände ruhten irgendwo,
gelöst von jenen Armen, die mich hielten,
zu Tränen rührten,
Hände aus den Oststeppen,
blutig zertretenen längst -

nur noch ihr Wälderlied
in den Regen hinein
an dunklen Tagen des Frühlings
den ewigen Steppen zu.