deutsche dichter de

Das Kind der Sorge

<p>Einst sa&szlig; am murmelnden Strome <br />
Die Sorge nieder und sann; <br />
Da bildet' im Traum der Gedanken <br />
Ihr Finger ein leimernes Bild. <br />
<br />
&raquo;Was hast Du, sinnende G&ouml;ttin?&laquo; <br />
Spricht Zeus, der eben ihr naht. <br />
&raquo;Ein Bild, von Thone gebildet; <br />
Beleb's! ich bitte Dich, Gott.&laquo; <br />
<br />
&raquo;Wolan denn! lebe! - Es lebet! <br />
Und mein sei dieses Gesch&ouml;pf!&laquo; <br />
Dagegen redet die Sorge: <br />
&raquo;Nein, la&szlig; es, la&szlig; es mir, Herr! <br />
<br />
Mein Finger hat es gebildet.&laquo; <br />
&raquo;Und ich gab Leben dem Thon,&laquo; <br />
Sprach Jupiter. Als sie so sprachen, <br />
Da trat auch Tellus hinan. <br />
<br />
&raquo;Mein ist's! Sie hat mir genommen <br />
Von meinem Schoo&szlig;e das Kind.&laquo; <br />
&raquo;Wolan!&laquo; sprach Jupiter, &raquo;wartet! <br />
Dort kommt ein Entscheider, Saturn.&laquo; <br />
<br />
Saturn sprach: &raquo;Habet es Alle! <br />
So will's das hohe Geschick. <br />
Du, der das Leben ihm schenkte, <br />
Nimm, wenn es stirbet, den Geist; <br />
<br />
Du, Tellus, seine Gebeine; <br />
Denn mehr geh&ouml;ret Dir nicht. <br />
Dir, seiner Mutter, o Sorge, <br />
Wird es im Leben geschenkt. <br />
<br />
Du wirst, so lang' es nur athmet, <br />
Es nie verlassen, Dein Kind. <br />
Dir &auml;hnlich, wird es von Tage <br />
Zu Tage sich m&uuml;hen ins Grab.&laquo; <br />
<br />
Des Schicksals Spruch ist erf&uuml;llet, <br />
Und <em>Mensch </em>hei&szlig;t dieses Gesch&ouml;pf; <br />
Im Leben geh&ouml;rt es der Sorge, <br />
Der Erd' im Sterben und Gott.</p>