deutsche dichter de

Die Lerche

<p>Gegr&uuml;&szlig;et seist Du, Du Himmelsschwinge, <br />
Des Fr&uuml;hlings Bote, Du Liederfreundin! <br />
Sei mir gegr&uuml;&szlig;et, geliebte Lerche, <br />
Die Beides lehret, Gesang und Leben. <br />
<br />
Der Morgenr&ouml;the, des Flei&szlig;es Freundin, <br />
Erweckst Du Felder, belebst Du Hirten; <br />
Sie treiben munter den Schlaf vom Auge, <br />
Denn ihnen singet die fr&uuml;he Lerche. <br />
<br />
Du st&auml;rkst dem Landmann die Hand am Pfluge <br />
Und giebst den Ton ihm zum Morgenliede. <br />
&raquo;Wach auf und singe, mein Herz, voll Freude! <br />
Wach auf und singe, mein Herz, voll Dankes!&laquo; <br />
<br />
Und alle Sch&ouml;pfung, die Braut der Sonne, <br />
Erwacht, verj&uuml;nget vom langen Schlafe. <br />
Die starren B&auml;ume, sie h&ouml;ren wundernd <br />
Gesang von oben und gr&uuml;nen wieder. <br />
<br />
Die Zweige sprie&szlig;en, die Bl&auml;tter keimen, <br />
Das Laub entschl&uuml;pfet und horcht dem Liede. <br />
Die V&ouml;gel girren im jungen Neste, <br />
Sie &uuml;ben zweifelnd die alten Stimmen. <br />
<br />
Denn Du ermunterst sie, k&uuml;hne Lerche, <br />
Beim ersten Blicke des jungen Fr&uuml;hlings, <br />
Hoch &uuml;ber Beifall und Neid erhoben, <br />
Dem Aug' entflogen, doch stets im Ohre. <br />
<br />
Inbr&uuml;nstig schwingst Du Dich auf zum Himmel <br />
Und schl&uuml;pfst bescheiden zur Erde nieder; <br />
Dem&uuml;thig nistest Du tief am Boden <br />
Und steigst frohlockend zum Himmel wieder. <br />
<br />
Drum gab, o fromme, bescheidne Lerche, <br />
Du &uuml;ber Beifall und Stolz erhobne, <br />
Du muntre Freundin des fr&uuml;hen Flei&szlig;es, <br />
Drum gab der Himmel Dir auch zum Lohne <br />
<br />
Die unerm&uuml;dlich beherzte Stimme, <br />
Den Ton der Freude, den langen Fr&uuml;hling. <br />
Selbst Philomele, die Liederg&ouml;ttin, <br />
Mu&szlig; Deinem langen Gesange weichen. <br />
<br />
Denn, ach! der Liebe, der Sehnsucht Klagen <br />
In Philomelens Gesang ersterben; <br />
Das Lied der Andacht, der Ton der Freude, <br />
Das Lied des Flei&szlig;es hat langen Fr&uuml;hling.</p>