deutsche dichter de

Die Kunst

<p>Aus der Schaar der G&ouml;tterfreuden <br />
Stahl die j&uuml;ngste Freude sich, <br />
Und der Flei&szlig;, ein Sohn der Leiden, <br />
Nahte zu ihr jugendlich. <br />
Unschuld war in ihren Mienen, <br />
Treue war in seinem Blick, <br />
Und die Liebe zwischen ihnen <br />
Stiftete der Beiden Gl&uuml;ck. <br />
<br />
&raquo;Ich ermatte,&laquo; sprach die Sch&ouml;ne; <br />
&raquo;Gieb mir Deine sichre Hand!&laquo; <br />
&raquo;Nimm sie!&laquo; sprach er; Eintracht kr&ouml;ne <br />
Unser Beider treues Band.&laquo; <br />
Also wohnten sie im Schatten, <br />
Unter aller G&ouml;tter Gunst, <br />
Und das Kind, das Beide hatten, <br />
War ein sch&ouml;nes Kind: die Kunst. <br />
<br />
Von der Mutter lebte F&uuml;lle, <br />
G&ouml;tterf&uuml;ll' in ihrer Brust, <br />
Und der Vater gab ihr Stille, <br />
Flei&szlig; und Emsigkeit zur Lust. <br />
Sorgsam hat er sie erzogen, <br />
Z&auml;rtlich hat sie sie ges&auml;ugt; <br />
G&ouml;tter waren ihr gewogen, <br />
Menschen waren ihr geneigt. <br />
<br />
Aber als, sie zu verm&auml;hlen, <br />
Nun die frohe Zeit erschien, <br />
Wer der G&ouml;tter wird sie w&auml;hlen? <br />
Wem der Menschen wird sie bl&uuml;hn? <br />
Zwischen Erd' und Himmel schwebet <br />
Sie, der Einsamkeit geweiht; <br />
Denn der Mutter Gottheit lebet <br />
In des Vaters Sterblichkeit. <br />
<br />
Die Verlorne zu begl&uuml;cken, <br />
Schaute Jupiter hinab. <br />
&raquo;Unsern Himmel soll sie schm&uuml;cken, <br />
Sie, die nur der Himmel gab! <br />
Aus dem Chor der G&ouml;tterjugend <br />
W&auml;re Thalia verbannt? <br />
Unschuld und Du, frohe Tugend, <br />
Holet sie in unser Land!&laquo; <br />
<br />
Unschuld und die Tugend stiegen <br />
In der Schwester Einsamkeit, <br />
Und aus ihrer Beider Z&uuml;gen <br />
Schuf sie selbst sich G&ouml;ttlichkeit. <br />
Unabtrennlich stets von Beiden, <br />
Ward sie wie die Anmuth sch&ouml;n, <br />
Und im Chor der G&ouml;tterfreuden <br />
Tanzen jetzt <em>drei </em>Grazien.</p>