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Die Nacht

Und wieder geht die dunkelblaue Frau,  
die blasse Schwester der Betrunkenen und Dichter,  
durc die verstummten, nebeligen Straßen.  

Es schwankt im Schlendrian das Nachtgelichter:  
Die Mädchen, die für Stunden heilig sind,  
glühn sündhaft aus dem Häuserschatten,  

bis sie der Kühle Morgenwind verscheucht.  
Laternen fühlen sich von den Bezechten  
verzweifelt und berauscht umarmt –  

der Dichter aber flüstert seinen großen Monolog:  
Nimm, dunkelblaue Frau, die ohne Ruhe sind,  
in deinen gnadenreichen Schoß!