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Am Fenster eines Wirtshauses beim Steinhuder Meer

Auf dem Nachauswege 1945  
Die Apfelblüten tun sich langsam zu  
beim Abendvers der süßen Vogelkehle.  
Die Frösche sammeln sich am Fuß des Stegs.  
Die Beine summt den Tag zur Ruh –  
nur meine Seele  
ist noch Unterwegs.  

Die Straße seht sich nach der nahen Stadt,  
wo in der nacht das Leben weiterglimmt,  
weil hier noch Herzen schlagen.  
Wer jetzt noch kein Zuhause hat,  
wenn ihn die Nacht gefangen nimmt,  
der muß noch lange fragen:  
Warum die Blumen leidlos sind –  
warum die Vögel niemals weinen –  
und ob der Mond wohl auch so müde ist –  

Und dann erbarmt sich leis ein Wind des einen,  
bis er –im Schlaf– die Welt vergießt.