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Gottes Auge

Sein Großvater ist gestorben, an diesem Tag, wo es zum Mittagessen Kabljau gibt, und der Junge mit dem Auge des Fischs auf seinem Teller herumspielt. Der Fisch spüre das doch nicht mehr, er sei schließlich tot. Doch die Mutter versucht ihm zu erklären, mit einem Auge spiele man nicht. Das Auge habe der liebe Gott genauso gemacht wie sein eigenes.
"Du bist das Auge vom lieben Gott?" flüstert der Junge, als die Mutter ihm allein läßt. "Dann kannst du wohl auch sagen, warum Großvater heute mit einmal tot ist. Sag das, du!" Doch das Auge sagt nichts, wie sehr es der Junge auch versucht, zu erfahren, ob der Großvater doch noch einmal wiederkomme. Da stößt der Junge den Teller wütend von sich und das Auge rollt auf den Boden.
"Gottes Auge lag auf der Erde. Aber es sagte nichts. Ich sah noch einmal hin. Nein, Nichts. Ich stand auf. Ich stand langsam auf, um Gott Zeit zu lassen. Ganz langsam ging ich zur Küchentür. Ich faßte nach dem Türgriff. Ich drückte ihn langsam herunter. Mit dem Rücken zum Auge wartete ich so noch einen langen langen Augenblick an der Küchentür. Es kam keine Antwort. Gott sagte nichts. Da ging ich, ohne mich nach dem Auge umzusehen, laut aus der Tür."